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Kaffeefrische und Mindesthaltbarkeit

Kaffeefrische und Mindesthaltbarkeit

 

 

 

Wissenswertes zur Kaffeefrische

von Thomas Eckel. Inhaber der Murnauer Kaffeerösterei, Diplom-Kaffeesommelier und Deutschlands erster Q-Trader.

 

Gerösteter Kaffee

Verpackt in einem Beutel mit Aromaventil bleiben die Kaffeebohnen bis zu 18 Monate unverändert frisch. Im ungeöffneten Beutel sind die Bohnen vor schädlichem Sauerstoff geschützt, der durch Oxidation zur Zerstörung der Röstaromen führt. Anders herum kann bei diesen Ventilen das Kohlendioxid entweichen, welches vom Kaffee in den ersten Tagen nach der Röstung abgegeben wird. Angebrochene Beutel sollten am besten mit einem Clip oder Klammer (z.B. Artikel 40030101 oder 33650101) verschlossen, und bei 10 bis 18 Grad Celsius gelagert werden. Eine Lagerung im Kühlschrank sollte jedoch vermieden werden, da Feuchtigkeit und Fremdaromen schnell durch den Kaffee aufgenommen werden. Geröstete Bohnen sollten am besten nicht vorgemahlen werden, sondern in ganzen Bohnen gelagert werden.

! Frisch gerösteter Kaffee braucht, je nach Röstung, 2-4 Wochen ab Röstung bis er die Trinkreife erreicht hat.

Gemahlener Kaffee

Ist ein empfindliches Frischeprodukt, das so wie die gerösteten Bohnen, unbedingt luftdicht verschlossen und vor Licht geschützt gelagert werden sollte. Luftdicht mit einem Clip verschlossen, eignet sich die Originalverpackung am besten zur Lagerung des gemahlenen Kaffees. Gemahlener Kaffee reagiert empfindlich auf jedes Umfüllen und sollte nach etwa 14 Tagen nach Öffnung aufgebraucht sein. Wenn möglich direkt vor dem Brühen mahlen.

 

 

Wissenswertes zur Mindesthaltbarkeit bei Kaffee


Schon seit längerer Zeit steht die Mindesthaltbarkeitskennzeichnung bei trockenen Lebensmitteln wie Kaffee, Kakao, Reis, Nudeln usw. im Fokus politischer Diskussionen, denn ihr wird auch ein großer Teil der Lebensmittelverschwendung zugeschrieben. Hier wurde sogar des Öfteren auch schon die Abschaffung der MHD Kennzeichnung gefordert.

Viele Verbraucher haben große Schwierigkeiten, das MHD liegt richtig zu interpretieren. Der Begriff „Mindesthaltbarkeitsdatum“ bedeutet, dass ein Lebensmittel mindestens bis zu diesem Datum haltbar, wenn es ungeöffnet ist und äußerlich keine Beschädigungen aufweist.

Bei Milchprodukten z.B. wird das Mindesthaltbarkeitsdatum sehr kurz angesetzt. Ein ungeöffneter Joghurt kann teilweise noch bis zu 7 Tage nach dem Überschreiten des angegebenen MHD ohne Probleme konsumiert werden. Bei Fleisch- und Wurstwaren sollte man da schon etwas genauer hinsehen.

Röstkaffee in ganzen Bohnen oder gemahlen ist in Bezug auf die Mindesthaltbarkeit ein umstrittenes Thema. Bei Kaffee gibt es willkürliche Kennzeichnung durch die Röster und Hersteller. Kleine Röstereien geben gerne nur ein MHD von nur 6 Monaten, was dem Konsumenten eine höhere Qualität und Frische vorgaukeln soll. Doch gibt es alle möglichen Varianten. Angefangen von 6 Monaten über 18 Monate bis zu 24 Monate MHD. Oder 12 Monate im Beutel und 24 Monate in Dosen (Der gleiche Röster, die selbe Röstung).

Manchmal wird das MHD durch den Röster aus irgendwelchen Gründen auch einfach abgeändert. So kann es sein, das ein Kaffee, der letzte Woche 6 Monate haltbar war, jetzt plötzlich 12 Monate haltbar ist.